Die Pfarrkirche ist dem heiligen Urban geweiht, dem Schutzpatron der Weinhauer, dessen Gedenktag am 25. Mai gefeiert wird.
Der Name Brunnkirchen leitet sich von einer kleinen Kapelle ab, die neben einer Heilquelle errichtet worden war. Erste Erwähnung des Ortes Brunnkirchen in der Göttweiger Gründungsurkunde als Brunnin, in anderen Urkunden und Aufzeichnungen auch als de Brunne(n), de Prunne oder Prunn. 1517 wurde unter Abt Matthias II. mit dem Bau einer Kapelle begonnen. Diese Kapelle wurde im Oktober 1522 von Weihbischof Bernhard von Passau geweiht. 1529 wurde der Ort Brunnkirchen durch die Türken zerstört. Dass dabei auch die Kapelle völlig zerstört wurde ist nicht sicher belegt. Abt Georg Falb ließ das Kirchlein 1618 (nachdem es "über 80 Jahr Oed und verwaist gelegen habe") mit Gewölbe und Turm wieder instandsetzen. 1730 veranlasste Abt Gottfried Bessel vom Stift Göttweig eine Vergrößerung der Kirche nach Plänen von Lukas von Hildebrandt, der auch das Stift Göttweig in der heutigen Form plante. Das Areal des heutigen Pfarrhofes diente den Äbten als Sommeraufenthalt.
Am 15. April 1784 wurde Brunnkirchen im Zuge der Reformen von Kaiser Josef II. zur Pfarrkirche erhoben. Bis dahin war das heutige Pfarrgebiet von der Pfarre Mautern aus seelsorgerisch betreut worden. Ab diesem Zeitpunkt sind auch die Toten nicht mehr nach Mautern überführt, sondern in Brunnkirchen begraben worden.
Die Ausgestaltung der Kirche (Orgel, Glocken, Innenmalerei, ...) finanzierten zum Großteil die in Thallern ansässigen Bergleute mit ihren Spenden.
Die Fresken (Hl. Urban in der Kuppel und die vier lateinischen Kirchenväter) sowie die gemalte Kassettendecke und alle übrigen Wandmalereien werden dem Steiner Kirchenmaler Andreas Rudroff (1744 - 1819), einem Schüler des sogenannten Kremser Schmidt, zugeschrieben.
Auch das Gemälde der Hl. Barbara, der Bergbaupatronin, stammt aus der Schule des Kremser Schmidt.
Die Orgel, ein Werk des Orgelbaumeisters Joseph Gatto wurde 1784 angeschafft.
(Quelle: Festschrift aus Anlass des 200 jährigen Bestehens der Pfarre von P. Ildefons Fux OSB).
1960 - 1961 erfolgte unter P. Engelbert Frostl eine Innenrenovierung. Im Zuge dieser Renovierungsarbeiten wurde auch die Kanzel abgetragen.
1987 wurde die Kirche außen renoviert und auch das Dach neu eingedeckt.
Am 23. September 1990 weihte Abt Dr. Clemens Lashofer drei neue Glocken, die in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck gegossen wurden. Die Glocken tragen Reliefs des Hl. Altmann, der Hl. Barbara und Maria mit dem Kinde. Glockenpatinnen waren Marianne Sedelmaier aus Thallern (für die Agrargemeinschaft), Elfriede Blecha aus Brunnkirchen (für die IG-Brunnkirchen) und Barbara Reinberger aus Tiefenfucha, die die Anschaffung der Glocken großzügig unterstützt haben.
2001/2002 erfolgte die Neugestaltung und Vergrößerung des Pfarrheimes. Fotos als PDF Datei
2004 Volksaltar
2008 Juni bis Oktober Innenrenovierung mit
Erneuerung der Bestuhlung (alte Kirchenbänke von 1784/85 wurden entfernt und durch neue ersetzt). Den Festgottesdienst zum Abschluss der Renovierungsarbeiten zelebrierte Abt Dr. Clemens Lashofer.
Die Orgel erklang zum ersten Mal nach 1 1/2 jähriger Restaurierungszeit wieder im November 2009 bei einem Festgottesdienst mit Abt Columban Luser.
2018/19 barrierefreier Zugang zur Kirche
2022/23 Umbau der WC-Anlage beim Pfarrheim
2023 Renovierung der Westfassade und des Turmes, Neuvergoldung des Giebel-und Turmkreuzes, Restaurierung des bleiverglasten Fensters an der Westfassade.
Festgottesdienst zum Abschluss der Innenrenovierung 2008
v. li. Leopold Prohaska (Bgm. v. Paudorf), Martha Löffler (Bgm. v. Furth), Anton Lackinger, Abt Clemens Lashofer, P. Maurus (Pfarrer v. Brunnk.), Anton Raffel, Inge Ronke (Bgm. v. Krems), Sandra Kern (StRv. v. Krems), Hannes Kugler (GR v. Krems)
Festgottesdienst zur Orgelweihe 2009
v. li. Sandra Kern (StR v. Krems), Hannes Kugler (GR v. Krems), Luzia Lenz, Prof. Franz Haselböck (Organist), P. Maurus (Pfarrer v. Brunnk.), Inge Rinke (Bgm. v. Krems), Abt Columan Luser, Alfred Bruckner (Bgm. v. Furth), Josef Pemmer (Orgelbauer), Sylvia Haasler, Adolf Pritz, P. Benno (Pfarrer in Furth)
Am 15. April 1784 wurde im Zuge der Reformationen von Kaiser Josef II. Brunnkirchen mit den Ortschaften Angern, Oberfucha, Thallern und Tiefenfucha zur Pfarre erhoben. Seitdem wurde viel gebaut, renoviert, Neues geschaffen, viele Kinder getauft, Ehen geschlossen und viele Pfarrangehörige am Pfarrfriedhof zur ewigen Ruhe bestattet.
Erste Seite Taufmatriken: Taufbuch 01/01
Der erste Täufling wäre Georg Schödl, Sohn eines "Tafernwürthes und Fleischhackers" aus Tiefenfucha gewesen. Er wurde allerdings aus dem "Irrthum", dass der Pfarrer in Brunnkirchen nicht die "nöthigen Requisita angeschafft hätte", in Furth getauft. Die erste Beerdigung auf dem Pfarrfriedhof war am 4. Dezember 1784 ein neun Monate alter Knabe aus Thallern. Bis dahin wurden die Toten in Mautern begraben.
23 Seelsorger haben seither in der Pfarre gewirkt, P. Maurus Kocher ist seit September 2000 der 24. Pfarrer von Brunnkirchen und zählt mit P. Ferdinand Mandl (1911-1946) und P. Engelbert Frostl (1959-2000) auch schon zu den am längsten Dienenden.
Das 150-jährige Jubiläum, unter Pfarrer P. Ferdinand Mandl, wurde laut Pfarrchronik mit einer "Festmesse mit dem Liede wohin soll ich mich wenden" gefeiert und es wurde ein Requiem mit Libera für die verstorbenen Seelsorger und Pfarrkinder gehalten.
Zum 200. Geburtstag (1984) verfasste Pater Dr. Ildefons Fux eine Festschrift mit vielen interessanten Details zur Geschichte der Pfarre und den dazugehörenden Ortschaften. Im September 1984 wurde der erste große Pfarrkirtag abgehalten und im Dezember gab es im Gasthaus Gusenbauer in Thallern einen Vortrag und eine Ausstellung mit Bildern von einst und jetzt.
Seit 1984 ist viel geschehen: Die Kirche wurde 1987 außen renoviert und bekam ein neues Dach, 2002 wurde das Pfarrheim gebaut, 2004 der Altarraum vergrößert und ein Volksaltar errichtet, 2008 erfolgte eine umfassende Innenrenovierung (inkl. neuer Kirchenbänke und Restaurierung der Orgel). Seit 2019 gibt es einen barrierefreien Zugang zur Kirche und seit dem Pfarrfest 2023 stehen neue Toiletten zur Verfügung. Zuletzt erfolgte im Herbst 2023 die Renovierung der Westfassade und des Kirchturmes.
Den 240. Geburtstag sowie den Abschluss dieser Renovierung haben wir Sonntag, den 14. April, mit Abt Columban und Pfarrer P. Maurus gefeiert.
Video erstellt zum 240. Geburtstag der Pfarre
BM März 2024
DI Mag. P. Maurus Kocher | seit 09/2000 |
P. Clemens M. Reischl | 04/2000 - 09/2000 |
P. Engelbert Frostl | 09/1959 - 04/2000 |
P. Emmerich Cserer | 11/1952 - 09/1959 |
P. Adalbert Lohrmann |
02/1951 - 11/1952 |
Leopold Klima | 04/1946 - 02/1951 |
P. Ferdinand Mandl | 07/1911 - 04/1946 |
Dr. P. Adalbert Fuchs |
11/1901 - 06/1911 |
P. Lambert Karner | 07/1888 - 11/1901 |
P. Hororius Vollhofer | 04/1874 - 07/1888 |
P. Coelestin Erhold | 10/1869 - 04/1874 |
P. Josef Pallierer | 10/1855 - 10/1869 |
P. Ernest Romani | 08/1839 - 08/1854 |
P. Wenzel Siegl | 04/1839 - 08/1839 |
P. Robert Resch | 01/1827 - 03/1839 |
P. Joseph Proschinger | 01/1814 - 11/1826 |
P. Dominius Romani | 04/1811 - 11/1813 |
P. Gotthard Gsur | 02/1807 - 04/1811 |
P. Augustin Zimmermann | 06/1806 - 02/1807 |
P. Coelestin Rabl | 12/1799 - 06/1806 |
P. Willibald Puchner | 03/1797 - 12/1799 |
P. Fabritius Suderell OFM | 12/1793 - 03/1797 |
P. Ferdinand Mühlleitner | 09/1791 - 11/1793 |
P. Petrus Schneider | 10/1787 - 09/1791 |
P. Roman Haslinger | 04/1784 - 08/1787 |
Am Karfreitag des Jahres 1997 gab es im Fernsehen einen Bericht über berühmte Darstellungen Heiliger Gräber, im Besonderen über Gablonzer Mosaikgräber. Unser damaliger Pfarrer Pater Engelbert Frostl erinnerte sich, dass ein solches Heiliges Grab auf dem Dachboden des Pfarrhofs lagerte und er beschloss, so gut es eben ging, es wieder in der Kirche aufzustellen. Sehr zur Freude der Pfarrgemeinde. Er berichtete, dass auch von auswärts viele gekommen waren, um das Grab zu besichtigen.
Das Grab wurde 1871 von P. Coelestin Erhold bei Eduard Zbitek in Olmütz um 170 Gulden (ca. 2.600 Euro) bestellt, welcher Betrag durch eine Sammlung in den vier Gemeinden aufgebracht wurde. Aufgestellt war es in der südlichen Seitenkapelle.
In einem Bericht - "Heiliges Grab - Leuchtendes Glas" - in der Zeitschrift Schaufenster, Ausgabe März /April 2015 wird auch das Hl. Grab von Brunnkirchen erwähnt. Zum Bericht =>
Bericht über Mosaikgräber in der Kirchenzeitung "Der Sonntag"
vom 28.März 2020
Heiliges Grab, 1871 bis 1915 und 1997
Aus Platzmangel und auch wegen der Renovierungsbedürftigkeit konnte das
Hl. Grab nicht mehr aufgestellt werden.